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Commerzbank untergewichten


04.12.2002
Helaba Trust

Die Analysten der Helaba Trust nehmen für die Commerzbank-Aktie (WKN 803200) ein Downgrade von "neutral" auf "untergewichten" vor.

Als Universalbank mit teilweise globaler Ausrichtung sei die Commerzbank in den Segmenten Private Kunden und Asset Management sowie Firmenkunden und Investmentbanking vertreten. Auf europäischer Ebene unterhalte das Institut mit zahlreichen Banken und Versicherungen Kooperationen, die durch geringe Beteiligungen untermauert seien.

Die begonnene Neuausrichtung des Instituts sehe den Abbau kostenintensiver Kapazitäten sowie eine stärkere Fokussierung auf Kerngeschäftsfelder und Kernregionen vor. Um die Rentabilität zu steigern, wolle das Unternehmen die Anzahl der Zweigstellen reduzieren und Teilbereiche des Asset Managements veräußern. Das Investmentbanking stehe ebenfalls auf dem Prüfstand.


Im dritten Quartal 2002 habe die Commerzbank einen Verlust in Höhe von 129 Mio. EUR (Vorjahr: -191 Mio. EUR) verbucht. Geprägt sei der Berichtszeitraum nicht zuletzt durch einen vergleichsweise starken Rückgang beim Zinsüberschuss (-16,1% gegenüber Vorjahr auf 721 Mio. EUR) gewesen, der auf die Dekonsolidierung der Rheinhyp zurückzuführen sei. Die Risikovorsorge sei auf 436 Mio. EUR (+80,2% gegenüber Vorjahr) gestiegen.

Der Gewinn aus der Ausgliederung der Rheinhyp (721 Mio. EUR) sei durch Abschreibungen auf den Beteiligungsbesitz (666 Mio. EUR) nahezu vollständig zunichte gemacht worden. Während der Personalaufwand in den ersten neun Monaten um 10,3% gegenüber dem Vorjahr auf 2.089 Mio. EUR zurückgegangen sei, habe der Sachaufwand um 13,6% auf 1.387 Mio. EUR reduziert werden können.

Um die Rentabilität zu verbessern, würden im Investmentbanking ein Viertel der Stellen gestrichen. Die damit verbundenen Einsparungen (150 Mio. EUR) dürften die Kostenproblematik jedoch nicht nachhaltig lindern. Fraglich sei auch, ob die für das Gesamtjahr prognostizierte Risikovorsorge (1,3 Mrd. EUR) nicht noch höher ausfallen würde.

Wertberichtigungsbedarf falle außerdem im Zusammenhang mit der Teilveräußerung des Asset Managers Montgomery an. Auch die jüngst wieder aufkeimenden Gerüchte über eine Fusion mit der HVB dürften sich angesichts der begrenzten Synergiepotentiale sowie der vielen noch ungelösten Probleme beider Häuser als nicht nachhaltig erweisen.

Die Analysten der Helaba Trust empfehlen daher eine Untergewichtung der Commerzbank-Aktie.




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